Brüder Heineccius

Brüder Heineccius

Das Haus Schloßgasse Nr. 9 ist das Geburtshaus zweier Brüder, die bedeutende Gelehrte des 18. Jahrhunderts waren. Der Vater der Brüder, der Lehrer an der öffentlichen Schule in Eisenberg war, starb im Jahr 1692.

Johann Michael Heineccius (der ältere der Brüder)

wurde am 14. Dezember 1674 in Eisenberg geboren. Nach seinem Theologiestudium in Jena, Gießen und Helmstedt hielt er sich eine Zeit lang in Frankfurt bei dem Sprachkenner Ludolf auf, machte Reisen nach Hamburg und Holland und habilitierte sich schließlich als Professor zu Helmstedt. Im Jahr 1699 wurde er Diaconus zu Goslar, 1708 Pastor an der Ulrichskirche in Halle und zugleich Scholarch und Professor des dortigen Gymnasiums und starb am 11. September 1722 als Magister der Philologie und Doktor der Theologie in Halle. 1719 wurde er zum Konsistorialrat des Herzogtums Magdeburg und 1720 zum Vize-General-superintendent ernannt.

Johann Michael Heineccius war nicht nur ein bekannter lutherischer Theologe sondern auch ein geistlicher Liederdichter.Von ihm stammen die Texte zu den Liedern ‚Mein Jesu voller Licht und Leben' und ‚Jedennoch bleib ich stets an dir'. Ihm wird auch der Text zur Bach-Kantate ‚Christen, ätzet diesen Tag' zugeschrieben.

Ein profunder Kenner der Geschichte Deutschlands war Johann Michael Heineccius ebenfalls. So ver-fasste er z. B. eine Geschichte der Stadt Goslar und ein noch heute vielbeachtetes Werk über die griechische Kirche.
Als erster wissenschaftlicher Bearbeiter der Siegelkunde, war er der Begründer der historischen Hilfswissenschaft der Sphragistik.

Johann Gottlieb Heineccius

wurde am 11. September 1681 in Eisenberg geboren. Zunächst besuchte er hier das Lyceum, später wurde er in Goslar unterrichtet und studierte danach Theologie in Leipzig. Mit Vorliebe widmete er sich dem Studium der Kirchengeschichte und chronologischen Untersuchungen, erwarb 1703 den Magistergrad an der philosophischen Fakultät und ging nach dem Studium nach Goslar zurück. In ihm reifte der Entschluss noch ein Jurastudium aufzunehmen, was er dann in Halle auch tat. Hier wurde er 1713 zum Professor der Philosophie ernannt und habilitierte sich 1716 zum Doktor der Rechte. 1720 wurde er außerordentlicher und 1721 ordentliche Professor der Jurisprudenz und königlich preußischer Hofrat.

Ins holländische Franeker führte ihn eine Berufung der dortigen Universität im Jahre 1723. Im Herbst 1727 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm die Professuren in Philosophie und der Pandekten (Die Pandekten sind eine Zusammenstellung aus den Werken römischer Rechtsgelehrter; sie bilden den wichtigsten Teil des römischen Rechts.) in Frankfurt an der Oder. Gegen seinen Wunsch wurde er 1733 nach Halle versetzt und wirkte hier bis zu seinem Tod am 31. August 1741.

Zu seine Hauptwerken gehören Kompendien zum römischen Recht und Untersuchungen zur römischen Rechtsgeschichte. Ein noch heute publiziertes Werk stellen seine ‚Grundlagen des Natur- und Völkerrechts' dar. Neben einer gründlichen und fachlich fundierten Darstellung zeichnen sich seine Werke vor allem durch eine klare Sprache und Stilistik aus.

1896 hat der Altertumsverein eine Sandsteinplatte am Geburtshaus von Johann Gottlieb Heineccius einfügen lassen, die eine schon 1887 angebrachte Blechtafel zur Erinnerung an Heineccius ersetzte.

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