Karl Christian Friedrich Krause - Philosoph, Freimaurer und Revolutionär

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"Krause! Wer ist Krause? Ist es der philosophische Schriftsteller, der sehnlichst danach strebte, an einer deutschen Universität eine Professur zu erlangen, und der es Zeit seines Lebens nicht über den Privat-dozenten hinausbrachte? Der unter den Freimaurern aus dem Orden ausgestoßen werden musste? Der in Jena, Rudolstadt, Dresden, Berlin, wieder Dresden, dann in Göttingen und endlich in München ein halbes Abendteuerleben führte, zeitlebens ohne Amt und amtlichen Erwerb blieb, immer tiefer in Not und Schulden sank, bis er sich von dem Pariser Revolutionscomité anwerben ließ, in Folge dessen er in Göttingen ausgewiesen wurde? Der darauf auch in München, wohin er sich gewandt hatte, keine Stellung, ja kaum Aufenthalt fand und erst zur Ruhe kam, als der Tod ihn aus diesem Abendteuerleben abrief?"
 
Bilder
 
Links zum Thema

www.freiheitliche-weltordnung.de
- Dieser Verein wird den ersten internationalen Kongress zur Krause-Forschung im Jahr 2004 organisieren und finanzieren
 
Biografie
 
  • K. C. F. Krause wurde am 6. Mai 1781 in Eisenberg geboren
  • sein Vater Gotthard Krause ist 1795-1825 in Nobitz bei Altenburg Pastor geworden, davor war er Lehrer in Eisenberg
  • eine dunkle Erinnerung an die bereits am 22.12.1784 verstorbene Mutter bewahrte er zeitlebens
  • 1788 heiratet sein Vater wieder
  • 1789 hinterließ ihm seine Großmutter Böhme einige Feldgrundstücke
  • bis 1792 besuchte er die Bürgerschule in Eisenberg und bis 1794 die Klosterschule in Donndorf
  • 1797 legte er die Reifeprüfung am Altenburger Gymnasium ab
  • 1797-1801 studierte er Theologie, Philosophie und Mathematik in Jena er hörte da auch J. G. Fichte und, nach dessen Vertreibung, Schelling
  • 1801 wurde Karl Ch. Fr. Krause zum Doktor der Philosophie promoviert und im gleichen Jahr legte er das theologische Kanditatenexamen ab
  • 1802 erlangte er einen Doktorgrad
  • Mitte Juli im gleichen Jahr heiratet er Amalia Concordia Fuchs in der Stadtkirche, sie war die Tochter des hiesigen Ratskellerwirtes Augustin Christian Fuchs
  • sie hatten 14 Kinder
  • als Privatdozent wirkte er in Jena neben Hegel und Schelling, Fries, Ast und anderen
  • aufgrund der sinkenden Einschreibungen an der Universität verließen viele Dozenten die Universität, so auch Krause
  • 1804 verließ er Jena und zog sich nach Rudolstadt, 1805 nach Dresden zurück · 1809-1813 nahm er dort eine Lehrerstelle für Kartenzeichen, Erdkunde und Deutsch an der Ingenieur-Akademie an
  • in der Dresdner Zeit entwickelte er seine Idee des "Menschheitbundes"
  • in seiner eigenen Zeitschrift "Tagblatt des Menschenlebens" (1811) und insbesondere in der Schrift "Urbild der Menschheit" (1811) hat Krause seine Ideen propagiert
  • in der Hoffnung auf einen Lehrstuhl wechselte er 1813 nach Berlin, er habilitierte erneut seine Hoffnung aber, die Nachfolge Fichtes antreten zu dürfen, ging nicht in Erfüllung
  • 1814 erfolgte die Gründung der "Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache", der bedeutende Gelehrte angehörten
  • 1815 zog sich Krause wieder nach Dresden zurück, wo er weiter unter ärmlichsten Umständen und hochverschuldet mit seiner Familie lebte · der berühmte Arzt und Naturwissenschaftler Carl Gustav Carus, mit dem er in Dresden verkehrte und von dem er auch unterstützt wurde, hielt Krause für ´einen der ersten Philosophen und Mathematiker Deutschlands´
  • 1823 machte Krause seinen Entschluss wahr und zog nach Göttingen, wo er 1824 erneut einen Doktorgrad erlangt
  • bis zum Jahre 1830 wirkte er hier als eher unwillkommener Privatdozent der Philosophie
  • in diese Zeit fällt auch die Begegnung mit Fröbel, der von Krause wichtige Anregungen für seine pädagogische Arbeit erhielt
  • 1830/31 kam es in Göttingen zu Studenten und Bürgerunruhen, die Rebellion wurde niedergeschlagen
  • fast alle Schüler Krauses konnten fliehen · Krause selbst wurde bei der nachfolgenden Aufklärung der Vorgänge des Sympathisantentums beschuldigt
  • obwohl er jede Beteiligung glaubwürdig bestritt, konnte er wegen dieser gerichtlichen Untersuchungen nicht länger in Göttingen bleiben
  • schließlich wurde Krause eine Freistellung von der Strafverfolgung zugesichert, wenn er Göttingen verließe
  • der Philosoph ging notgedrungen darauf ein und wandte sich nach München, auch dort erhoffte er sich eine Honorar- Professur
  • Es heißt, Schelling habe es zu verhindern gewusst. Da die Göttinger Nachrichten über diesen gefährlichen Mann auch nach München gelangt waren, drohte ihm auch dort die polizeiliche Ausweisung. Der Philosoph Franz von Baader und andere einflussreiche Persönlichkeiten setzen sich indessen für Krause ein und erreichten beim König die Aufhebung des Ausweisungsdekrets
  • am 27. September 1832 starb Krause in München
Krause ist ein beachtlicher Exponent der Bewegung des Deutschen Idealismus. Sein philosophisches System ist durchaus originell und hat insbesondere in Spanien und Südamerika eine erhebliche Wirkung auf den Gebieten des Rechts und der Politik, aber auch der Pädagogik ausgeübt. In Deutschland ist dieser eigensinnige Denker indessen in Vergessenheit geraten.
 
Krause und Eisenberg

Hier ist der Mathematiker und weseninnige Menschheitlehrer Karl Christian Friedrich Krause am 6. Mai 1781 abends um 11:30 Uhr geboren worden. Krauses Vater war Lehrer in Eisenberg und lebte im Archidiakonat. Zeitlebens stand Karl Christian Krause mit Eisenberger Einwohnern in Verbindung. Die Gedenktafel auf dem Doppelgebäude (Archidiakonat und Konrektorwohnung) Markt 13/14 verschwanden beim Umbau 1933. K. C. F. Krause starb 1832 in München
Der Stadtrat beschloss am 22.11.1902 das die ehemalige Straße am Schlossgarten zum Krauseplatz umbenannt wird. Die Einweihung des Denkmals fand zu seinem 100. Geburtstag am 06.05.1881 statt. Gestiftet wurde dieses Denkmal von den Freimaurern. Das Krause Denkmal ein Sandsteinobelisk mit Bronzemedaillon und der Aufschrift "die Liebe trägt den Sieg davon" steht am nordöstlichsten Eingang des Schlossgarten. Die Bildhauer Hänel ( Büste auf dem Deckblatt) und Henze (Siehe Medaillon an Eisenberger Krause Denkmal) waren auf Totenmaske, Lithographie und Schädel ( in der Sammlung von C. G. Carus angewiesen. Im Schloss zu Eisenberg war ein Flur mit einer Nachbildung des Kopfbildes (Halbrundbild am Sockel des Krausedenkmals) ausgestattet. Die Büste sowie die Totenmaske sind bei der Zerstörung Dresdens 1945 zugrundegegangen.
 
Werke


Er hat 25 Werke auf den Gebieten der Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaft, Musik, Religion, Anthropologie, Rechtswissenschaft, Pädagogik, Geschichte und Geographie verfasst. Sein größtes Werk, das Urbild der Menschheit, wie auch andere seiner Schriften, sind in Fremdsprachen übersetzt.

  • Jena 1802: Dissertatio philosophico-mathematica de Philosphiae et Matheseos notione earum initima conjuncione
  • Jena 1803: Grundlage des Naturrechts
  • Jena 1803: Grundrecht der historischen Logik
  • Jena und Leipzig 1804: Grundlagen eines philosophischen Systems der Mathematik
  • Jena und Leipzig 1804: Entwurf des Systems der Philosophie, erste Abteilung
  • Leipzig 1810: System der Sittenlehre, 1. Band
  • Dresden 1811: Tagblatt des Menschheitslebens Dresden 1811 Das Urbild der Menschheit, ein Versuch
  • Göttingen 1828: Abriss des Systems der Rechtsphilosophie oder des Naturrechts
  • Göttingen 1836: Die Lehre vom Erkennen herausgegeben von H. K. von Leonhardi
  • Göttingen 1848: Vorlesung über die psychische Antropologie herausgegeben von Dr. H. Ahrens Göttingen Anfangsgründe der Theorie der Musik, nach den Grundsätzen der 1834-43 Wesenslehre, herausgegeben von V. Strauss
  • Leipzig 1874: Das System der Rechtsphilosophie herausgegeben von K. D. A Röder
  • Weimar 1884: Einleitung in die Wissenschaftslehre herausgegeben von Dr. Paul Hohlfeld u. Dr. August Wünsche
  • Berlin 1900: Der Menschheitsbund. Nebst Anhang und Nachträgen aus dem handschriftlichen Nachlasse von Karl C. F. Krause herausgegeben von Richard Vetter
  • Leipzig 1901: Lebensjahre oder Philosophie der Geschichte zur Begründung der Lebenskunstwissenschaft. Vorlesung an der Universität Göttingen gehalten von Karl C. F. Krause
 
Was ist Panentheismus und Krausismus?

"Panentheismus "
(griechisch) All in Gott Lehre, aus der Verbindung von Theismus und Monismus oder Pantheismus entstandene Vorstellung, die an einer personalen Gottesvorstellung festhält, Gott aber zugleich auch als Inbegriff und Prinzip der Weltverwirklichung selbst ansieht: Gott ist die Welt, zugleich aber ist er dich nicht gänzlich mit ihr identisch. Beim zusammentreffen unterschiedl. Traditionen kann sich ein P. als eigene Religion ( z.B. die Religion der Sikhs als Vermittlung zw. Hinduismus und Islam) oder als neue Richtung innerhalb bestehender Religionen bilden ( z.B. theist. Ausprägungen im Hinduismus; in der christl. Theologie die Verbindung hellenist. kelt. Oder neuzeitl. Monismen mit dem Monotheismus).

"Krausismus" span. Krausismo, begriff für die bürgerlich - liberalen Reformentendenzen, die in Spanien seit Mitte des 19. Jh. Bis zum Ende des Bürgerkrieges (1939) unter dem Einfluss der Philosophie des dt. Idealismus und bes. von K. C. F. Krause standen. Verbreitung fand der v.a. in Rechtswissenschaft, Pädagogik und Sozialpolitik wirksam gewordene K. u.a. durch J. SANZ DEL RIO, dessen Übersetzungs- und Lehrtätigkeit die Philosophie KRAUSES in Spanien bekannt machte, F. GINER DEL LOS RIOS mit seinen pädagog. Reformbestrebungen sowie durch die kulturelle Blütezeit mit der Generation von 1927 ( u.a. F. GARCIA LORCA). Prägend wirkte insbesondere KRAUSES optimist. Anthropologie und Geschichtsphilosophie, die die Vervollkommnung des Menschen und den histor. Fortschritt durch Erziehung und sozialpolit. Reformen begründet sieht."

 
Text an die Freimaurerloge

Ausschnitt aus einem Text an die Freimaurer Loge
Das Original befindet sich in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, Abt. II Nr. 4233 Das Gespräch der letzten Versammlung veranlasst mich meinen Brüdern folgende Sätze über das Verhältnis der Vaterlandliebe und des Patriotismus zur Freimaurerei und zur Freimaurerbrüderschaft

Übersetzung des Originals
Den 22. Februar in der Erholung bei der Loge zum Goldenen Apfel verlesen. ( Die Brüder billigten den Gehalt und Wünschten, dass ich diese Sätze nochmals vortragen sollte.) Sätze über das Verhältnis der Vaterlandsliebe und des Patriotismus. Zur Freimaurerei und zur Freimaurerbrüderschaft von Karl Christian Friedrich Krause (Zur geselligen Prüfung vorzulegen)
A.) 1.) Liebe ist das Gefühl des Wohlgefallens zu dem geliebte Wesen, insofern es in einer Art gut und schön ist, mit der Neigung mit ihr sich zu vereinigen und ihm wohl zutun. Wahre liebe ist eigennützig, nicht blind, das was am geliebten Wesen unvollkommen ist, macht nicht gleichgültig, und unemfänglich gegen die Liebenswürdigkeit anderer Wesen, am wenigsten gegen diese ungerecht. Liebe lässt sich nicht gebieten, ist also keine Pflicht, aber es ist Pflicht das Liebenwürdige zu suchen und kennen zu lernen.
2.) Vaterlandsliebe, wohl eigentlich Vatervolkliebe ist das Gefühl und Wohlgefallens an der Güte und Schönheit seines Vatervolkes mit dem Streben sich mit ihm zu vereinigen und wohl zutun. Unabhängig davon, ob das Vatervolk mir wohl oder weh tut, ohne gegen das am Vatervolk unmenschlich und schlecht, blind zu sein, ohne deshalb andere gute und schöne Völker weniger zu lieben, ohne gegen ein anderes Volk in Urteil und Tat ungerecht zu sein. Dem Vatervolk wohl tun: heißt, es zu Selbstkenntnis bringen; es befördern, dass dasselbe immer fortschreite zu Gutem und Schönem, ist wie: irgend einem oder mehreren seiner Bürger wohl tun. Mein Vatervolk ist, als dessen Mitglied ich geboren, oder dessen Mitglied ich geworden bin. Mein Vatervolk zu lieben, ist nicht Pflicht, aber zu unserer Ehre, was Lebenswürdige an sich habe, und, was man ihm schuldig sei, das ist Pflicht.
3.) Das Verhältnis des Mitgliedes gegen sein Vatervolk begründet bestimmte Pflichten und Rechte, welche wechselseitig sind, nicht weniger als bestimmte Worte und Pflichten daraus hervorgehen, dass man Mitglied einer Familie ist, dass das Vatervolk pflichtwidrig gegen mich gehandelt, entbindet mich meiner Pflicht.
4.) Patriotismus ist der freie Wille, seine Pflichten gegen sein Vatervolk zu erfüllen; aus einem Pflichtgefühl; nicht weil man dasselbe leibt.
5.) Kosmopolitismus ist der freie Wille, seine Pflichten gegen die ganze Menschheit zu erfüllen, aus seinem Pflichtgefühl, nicht weil man die Menschheit liebt.
6.) Patriotismus und Kosmopolitismus sind ohne einander nicht, möglich sondern finden sich immer zugleich.
B.) 7.) Freimaurer ist Leben im Geiste der Menschheit, oder Leben aller Menschen, als Menschen, zur Menschheit und die Freimaurerbrüderschaft ist ein geselliger erein, das allgemein Menschliche in sich selbst und an der ganzen Menschheit zu bilden. Nur hierauf kann sich daher die ganze Logentätigkeit beziehen, nur das kann das Ritual und die Liturgie aussprechen, Daher ist Komopolitismus im Bruderbunde wesentlich.
8.) So löblich und schön es ist, sein Vatervolk zu lieben und Patriot zu sein; so gut jene Leibe und diese Tugend der Freimaurerbrüderschaft nicht an. Sie vereinigt ihre Brüder nicht als Deutsche, Franzosen, Engländer und so weiter, sondern als Menschen, daher geht ihr auch Deutschheit, Franzheit, Engländisch nichts an, sondern nur Menschheit. Und die Freimaurer sollen, als solche, nicht zur Deutschheit, Franzheit, Engländischheit u.s.w. ermahnt oder davon abgemahnt werden, sondern einzig ermahnt zur Menschlichkeit, und abgemahnt von der Unmenschlichkeit. Da nun in der Loge die Freimaurer als Freimaurer beisammen sind, so gehört Deutschheit, Franzheit u.s.w. nicht in die Loge, am wenigsten in das Ritual und in die Liturgie. Noch weniger ziemt es er Brüderschaft etwas, wie es auch heiße, für Deutschheit, Franzheit u.s.w. zu tun, weil es Deutschheit u.s.w. ist; aber alles, was möglich ist für die Menschheit.
9.) Aber das Allgemeinmenschliche am Vatervolk gehört der Freimaurerei und der Freimaurerbrüderschaft; dies an ihm zu ehren, das Vatervolk in allgemeinmenschlichen Bestrebungen zu unterstützen, Menschlichkeit im Vatervolk zu verbreiten und zu beleben: das ist ein Teil ihres Berufes.
10.) Aber die Freimaurerei hindert durch ihren Kosmopolitismus nicht, dass der Bruder, als Mitglied seines Volkes, ihm seine Pflicht erfülle; im Gegenteil macht sie ihn dazu innerlich fähig und bereit. Daß dieser Anschlag, etwas zu lang geworden, deshalb bittet um Nachsicht den 14. Februar 1809